| 16.10.2010 | REGENSBURG | AUDIMAX |
| 21.10.2010 | WEIDEN | MAX-REGER- HALLE |

Jürgen von der Lippe zeigt das Beste aus 30 Jahren!

Was heißt hier das Beste? Er zeigt humoristische Fein-Chirurgie, die immer präzise den Lachnerv trifft und von der Qualität her dringend nach einem Lehrstuhl schreit.

Interessierte und Lernwillige dafür gibt es schon zu Hauf, wie man an dem jugendlichen Publikum von 14 bis 84 sieht, das gebannt die geballte Zusammenfassung von 30 Jahren Bühnenpräsenz studiert. Was sind auch schon drei Jahrzehnte, wenn sie so rasant vorüber fliegen, dass der Genießer meint, ein Jahr verginge in zehn Minuten.

Während dieser Super-Show auf die Uhr zu schauen, ist schier unmöglich, denn man möchte keine Millisekunde missen, wenn der Maître über seinen Beruf philosophiert, uns hinter die Kulissen von Künstleragenturen blicken lässt, kurz Julio Iglesias, Peter Maffay, Helge Schneider und Herbert Knebel einfliegt und mit seinen „Impressions“ überrascht, die neue Wetterlage kolportiert und erklärt, was Sport mit Ostern zu tun hat oder warum Männer Marathon laufen und beim Durchqueren eines Flusses am anderen Ufer ein Fahrrad brauchen.

Erst recht nicht, wenn Kalle (Love and Peace, wa!) von seinem Urethro-Katheter von Feuerwehrschlauch-Dicke erzählt, Vegetarier ihr Fett kriegen oder der Saunaclub 'Aufguss 09' die Zuschauer – sprachlich am Abgrund des Machbaren – zum Schwitzen bringen. Und dass seine klasse Gags so zeitlos witzig sind, liegt wohl an der Darstellungskraft des Meister-Fabulierers Jürgen von der Lippe. „Aber voll auffem Punkt, wa!“

Genauso wie seine Musik. Mit dabei ist Iris Wehner an der Wunderorgel, der sie in der Tat auch mit ihren hübschen Beinen Zauberklänge entlockt, wenn sie die Pedale tritt. Ohren-Bestäubung zum Zwecke der Veredelung leistet auch wieder Mario Henné, wenn er völlig unauffällig aus seiner Gitarre Saxophon- und Trompetensoli hervorzaubert, zu denen Jürgen von der Lippes Stimme sich plötzlich zu einer – viel zu kurzen ! – Las Vegas Koloratur aufschwingt. „Fly me to the Moon“ klingt so, als hätte er den gleichen Gesangslehrer gehabt wie Frank Sinatra. Oder umgekehrt.


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